Nach Midnight Canteen
Schön war die Midnight Canteen vgl. auch Kreuzblog. Lustig huselige Menschen beim Tanz kann man bei Haiko sehen. Man beachte den künstlichen Mond der Installation auf den hier eingestellten Fotos.
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Schön war die Midnight Canteen vgl. auch Kreuzblog. Lustig huselige Menschen beim Tanz kann man bei Haiko sehen. Man beachte den künstlichen Mond der Installation auf den hier eingestellten Fotos.
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In Berlin wütet die Biennale. Die Zitty titelt mit Kunst ist Pop (?) Und husliger Tipp für den partyfreudigen Kunstfreund: Besucht die midnight canteen von Heman Chong und Max Schumacher! Da wird am Sa, 25.03.2006 24.00 Uhr in der Kantine des Rathaus Kreuzberg, wo sonst dröger Bürokraten-Mampf zu finden ist, ein utopisches Mitternachtsmahl mit leckeren Gerichten, Getränken und einem umwerfenden Panoramablick geboten. Die Klänge zur Zwischennutzung machen Pure, das Art Critics Orchestra (ACO) und DJ Andre Herzig.
Sa. 25.03.2006 auf So. 26.03.2006,
24.00 – 06.00 Uhr
Rathaus Kreuzberg, Yorkstr. 4-11, 10965 Berlin
Karten gibts an der Abendkasse oder beim Hebbel am Ufer
Essen, Trinken, glücklich sein. Eine kulinarische Bloglesung!!! Das ist aber eine schöne Idee.
1. April 2006
19.30 Uhr
Café Babel, Käthe-Niederkirchner Str. 2, 10407 Berlin
mit Bov Bjerg, Cassandra, Don Alphonso, Frau Engl, Mequito, Don Dahlmann, Parka Lewis, Herr Paulsen, Frau Wortschnittchen und Madame Modeste.
… und das gleich zwei mal. Normalerweise kann man mich mit tiefschürfenden Befindlichkeits oder Weltverbesserungs-Stücken, Filmen, Büchern und so weiter jagen. Daher habe ich die beiden Veranstaltungen, die ich mir diese Woche zu gemüte geführt habe, grundsätzlich irgendwie mißgünstig und vourteilsschwanger betreten:
- Berlinale Film von Vanessa Jopp (gesehen im fsk am Oranienplatz). Eigentlich zunächst aus puren Masochismus besucht: deutscher Berlin-Episoden-Film über Liebe und Einsamkeit leicht pessimistischer Färbung – du liebes Lieschen, schon wieder so eine Befindlichkeitskacke, denkt sich Huslige da zuvor, nö. Und dann stellt sich der Film als großartige – fast sogar schon erschreckend authentische – Alltagsstudie raus, die sich nichts desto weniger immer wieder absurd bricht. Besonders beeindruckend: die Brillianz und das gleichzeitige Understatement des Schauspiels. Wow. Huslige verneigt sich. Hier eine Kritik – Allerdings: Mathilda hört im Film kein Heavy Metal sondern bestenfalls Industrial. bitte.
�?rpád Schilling / Krétakör Theater, Budapest (gesehen im HAU 2). Einfach auf gut Glück besucht wie ich das oft mache am HAU, völlig blank reingestolpert und nach einer gewissen Orientierungsphase sehr viel Postdramatik in altbekannter Fasson zu erkennen geglaubt; recht Marthaler-mäßig, nur viel plakativer und mit Ungarn-Focus, dachte ich. Und die Themen, hach ja, das Klagelied einer Gesellschaft mit rabenschwarzer Seele, immerhin viel Witz und Burleske dabei … SMS, aggressiv piepend, eingeblendet über einen Monitor lieferten Schlagzeilen, die offensichtlich ungarische Nachrichten der letzten Zeit zusamenfassten, bunt zusammengewürfelt aus Wirtschaft, Politik und Vermischtem. Schauspieler, Sänger Musiker – großes Können, wilder Humor – präsentieren und illustrieren dazu Szenen. Die Nachrichten und ihre Umsetzung kulminieren immer weiter im Grauen. Bis plötzlich der strikt eingehaltene Themenkreis zu Ungarn, die Befindlichkeit einer Region in der Zeit des EU-Beitritts, mit 2 Szenen global bekanntgewordener Bildsprache gesprengt wird: Folterszenen aus Abu Ghraib, dann die nur zu bekannte Konstellation eines terroristischen Videos (Krummschwert involviert) lassen Plattitüden befürchten. Diese Szene bricht aber ab, indem ein Darsteller vors Publikum tritt und leicht gelangweilt die Interpretation der eben gesehenen Inszenierung, inkl. des Bühnenbilds, herunterrattert. Damit ist der Abend zu Ende, man ist vor den Kopf gehaun und bemerkt:
Alle husligen Ärgenisse wurden am Schluss ausgehebelt; in der gehaspelten Selbst-Interpretation zeigte sich das Stück als reflektierte Reflexion; ein Stück über das Wahrnehmen von Wirklichkeiten, und nicht, wie es der Beginn vorschnell befürchten ließ, der großkotzige Versuch eines mahnenden Statements.
(Und nebenbei: der Fellatio, den die junge Klarinettistin zu Beginn an ihrem Instrument vorführte, war bei weitem das Erotischste was Huslige seit Jahren auf einer Bühne gesehen hat)
Schluss mit dem Geplärre nach Frühling, davon kommt er rein gar nicht. Man könnte ja so tun als wäre es schon so weit und sich dick eingemümmelt in die paar spärlichen Sonnenstrahlen die der Tag so von sich gibt setzen, einen Espresso in den behandschuhten Fingern und versuchen sich ganz doll einzureden, es wäre doch schon .. vielleicht…
ODER – und das scheint der Husligen viel angenehmer, man begibt sich auf Café-Tour und erkundet gemütliche Eckchen und guten Kaffee im Innern der Lokale und läßt das Wetter Wetter bleiben. So. Deshalb hier mein Kommentar auf mein derzeitiges Lieblingscafé:
Que viva Salon Schmück! Salon Schmück [Skalitzerstr. 80] macht frischgepressten Saft. Die Kellnerin, die ich meistens dort sehe, ist sehr attraktiv. Die Einrichtung alt, schmuck (schmück) – komplett vom Vorgänger Montecruz übernommen (das allerdings auch großartig war, schade schade…), der Kaffee ist lecker und zu essen gibt es auch. Ebenfalls sympatisch: Hier arbeitet meist nur ein einziger Mensch – in der Küche und am Tresen – insofern wirkt das alles sehr familär und improvisiert, so ganz das ausgelagerte Wohnzimmer wie man es immer wieder gerne aufsucht. Und die Krönung: Es wird ein himmlischer Espresso mit unten Milchmädchen und obendrauf Milchschaum serviert. (“Cortado Condensado”)

Lustig übrigens mit dem Milchmädchen: Jahrzehntelang, wenn nicht schon fast ein Jahrhundert exisitiert dieses Produkt (=gezuckerte Kondensmilch aus Dose oder Tube), der Husligen fiel es erst so vor 2 Jahren auf und plötzlich scheint es – wiederentdeckt – zur Kultschleckerei zu avancieren. Zu recht meiner Meinung nach. Bitte probiert auch den “Cortado” – ebenfalls eine Milchmädchenespresso-Mischung am Heinrichplatz in dem unscheinbaren roten Cafe (Taqueria irgendwas) gegenüber Papa No.