Bukolisches mit Zucker drauf – Kampf der Schafskälte

Blogged by huslige as Heimweh, Nicht kategorisier, huslige kocht — huslige Sat 27 May 2006 1:50

Einen fast Parka-Lewis-5000-Meilen-tauglichen Traum hatte ich heute Morgen, als ich mich zum dritten Mal in Folge wieder ins Bett geworfen hatte. Der Tag wollte nicht anfangen, trüb-grausliger Regen hielt mich unter der Decke, als ich mich auf eimal in süß bukolischer Verklärung unter einer Birke befand auf lindgrün sanften Hügeln. Ein Schäfer, eine Schäferin, Lämmchen und Schäferhunde. Weiße Flauschewolle, Blümchen, Bienchen. Heimliches Gefingere unter den Röcken der Schäferin, Feuchtigkeit in Lämmerlöckchen, Schäferhunde die hinterm Busch verschwinden…. usw. Der Traum beginnt auszuarten… (man kann das hier jetzt nicht so in der Öffentlichkeit schildern) … Ein Wolf aus nahegelegenen düsteren Wäldern kommt ins Spiel… Puh. Bald später aufgewacht.

Daraus spricht wohl eindeutig – sagt Huslige als Hobby-Psychologe – der dringende Wunsch nach Frühstück und Sonnenschein… mit folgendem Frühstück kommt man allerdings sogar durch die böse verregnete ganz und gar nicht Frühlingshafte Schafskälte:

Kaiserschmarrn

2 Esslöffel Sultaninen in Rum einlegen -bestenfalls über Nacht. 3-4 Eier trennen; Eiweiß steif schlagen; die Eigelbe zusamen mit 1 kanppen Tasse Mehl und 1 Tasse Milch (250 ml) mit dem Rührgerät schaumig schlagen; 1 Prise Salz,
2 Esslöffel Zucker zugeben, 2 ordentliche Esslöffel Butter schmelzen und unter den Teig rühren, zuletzt den Eischnee und die Sultaninen unterheben.
In eine Pfanne mit heißer Butter und/oder etw. Pflanzenöl etw. eine 1 cm dicke Teigschicht backen lassen, sobald alles gestockt ist, in große Stücke rupfen, selbige umdrehen und fertig backen; dick mit Puderzucker bestreuen und gleich aufessen. Super mit Apfelmus. Nobelversion: mit Erdbeeren und Sahne.

World in Pictures

Blogged by huslige as Berlin, Huslige guckt, Nicht kategorisier — huslige Tue 23 May 2006 0:04

Am Do., 25.5., sind Forced Entertainment mit der Premiere ihres neuen Stücks “World in Pictures” in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz zu sehen. (vgl. Rehearsal Weblog von Gründungsmitglied Tim Etchells) Das lohnt sich liebe Leute! Wo sonst bekommt man die Geschichte des Geschichten Erzählens in 2 Stunden kulinarisch wertvoll und mit viel Rauch, Theaterschnee, lauter Musik und buntem Licht nahe gebracht. I gfrei mi!!!

Und morgen, Dienstag abend im HAU 1 zeigt Tamer Yigit (vgl. taz) seinen neuen Film Selda, dies zum ersten und einzig absehbaren Mal in diesen Breiten. Auf auf, die Kultur ruft.

Der große Preis im Welttheater an Club 49

Blogged by huslige as Berlin, Huslige guckt, Nicht kategorisier, huslige is watching you — huslige Sat 20 May 2006 21:29

des is a so a Sach….. mit dem Grandprix. Ich brauche ja wohl nicht zu betonen, dass Huslige dieses Spektakel nur unfreiwillig, aus Langeweile, Verfügbarkeit und einer gewissen Gruppendynamik heraus angesehen hat (räusper). Zum Glück nicht in voller Länge, es gibts ja gottseidank genügend Kneipen hier am Kiez wo man die Zeit sinnvoller erschlagen kann.

Nichts desto weniger möchte ich anmerken, dass mir der Auftritt der als Trolle verkleideten Finnen SEHR zugesagt hat (weichgespülter Troll-Metall? Finntrolls Cousins aus dem Mädchenpenisonat? oder so). Die Letten mochte ich ebenfalls, die weißen Anzüge, ihr Comedian Hramonists-Geschmachte und das Beat-Boxing waren eine durchaus gewagte Kombination. Ich hoffe dass eine der beiden Gruppen gewonnen hat, habe aber keine Lust, das nachzuprüfen.

Ungeschlagen allerdings war mein Eindruck von den Delphinen in der Eröffnungsshow: Man stelle sich eine barocke Welttheater-Kulisse vor, mit Sonne, Wolken, Meer: Tänzer in Ganzkörper-Delphin-Kostümen aus denen nur silbern geschminkte Beine hervorsahen, rollten in energetischen Puzelbäumen durch blaubetuchte Tänzerinnen, die vermutlich das Wasser vorstellen sollten. Großartig.
Lordi

Später besuchte Huslige – erschlagen vom TVTrash – den Kieztrash und schlug im Club 49 auf, wo “Die Königinnen des Indiepop sich die Ehre gaben”. Hübsche junge Damen aus Bayern mit silbernen Debutantinnen-Kronen am Mixer, viel schöner alter Pop, Soul, Rockabilly und so, angenehm war das. Club 49 sieht übrigens, wie eine Mittrinkerin trefflich bemerkte, aus wie das Set für einen “Film von solche Studenten aus der Filmhochschul”.
Die Bar ist schon so Kreuzberg, dass man meint es wäre eine Inszenierung von Kreuzberg, alles gedoppelt und gedreifacht.

Club 49
Ohlauerstr. 49
10963 Kreuzberg

Huslige Bewunderung an den Barkeeper, der in der Enge seines Käfig-artigen Tresens den überblick über 30-50 feiernde Kiezbewohner und deren Konsum behält. Zum Kochen gelangte die Bar, als eine der beiden Indipopprinzessinnen “Billie Jean” von MICHAEL!!! auflegte. Das erinnerte Huslige wiederum an die sehr hübsche Inszenierung “Jacko Unbplugged” im HAU 3 von Barbara Weber, in der das Phänomen Jacko als Teil einer kruden Geschichte des schwarzen Pop erzählt wurde, mit viel Plüsch, politischem Wissen und Spass. Barbara Weber inszeniert übrigens auch fürs neue Haus der Münchner Kammerspiele – so zur Info für die Leser aus dem Süden – ihre Sachen sind auf jeden Fall sehenswert.

Afrika

Nach der Aufführung, in der es unter anderem um die eklige US-Tradition der Mistral Shows ging fuhr die Ubahn an der Prinzenstraße an der Plakatwerbung für AFRIKA! AFRIKA! von André Heller vorbei. Unter der Überschrift “Der Kontinent des Staunes” prangt das Gesicht eines Menschen “of colour” (nicht genauer zu definieren) mit einer Art Stammesbemalung und einem Flammenkreis ums Haupt. Oh. je. oh. je. Hat das Volk mal wieder eine Völkerschau gebraucht, hm? Ich muss schon sagen, das ist eine Nummer zu viel. Mir grausts.
PS.: Gut. huslige Neugier. ich hab doch nachgeschaut. Die Finnen haben tatschlich gewonnen. Ein Schlag in die Schnauze der Delphine würd ich meinen. Hihi.

Schlemmerecken: Frische Spargel, Neue Bohnen

Blogged by huslige as Berlin, Nicht kategorisier, huslige is watching you, huslige kocht — huslige Mon 8 May 2006 16:11

Lustigerweise gibt es die aller- aller- aller-schönsten Spargel die ich in den letzten Tagen – ob hier in Berlin oder unten im Süden – bekommen habe, beim türkischen Supermarkt im Schlemmereck beim Schlesischen Tor.

Bild hier anschauen

Das Schlemmereck ist sowieso unverwechselbar und großartig. Im Bagdad gibts inzwischen Fritten mit Mayo oder sonstiger Sooooße zu 90ct – und, im Sommer – einen sogenannten “Familiengarten”.
Das Schild “Runde Mini Pizza” weist in seinem schlichten Dadaismus und seinen leuchtenden Farben meinen Freunden den Weg, wenn sie mich zum ersten Mal zu Hause besuchen.
Und neben dem besten Spargel verkauft der türkische Supermarkt qualitätvolles Fleisch, viele Sorten Oliven und lustige Rasierseife. Kürzlich bin ich so etwa um 21.20 hungrig von der Arbeit nach Hause gegangen, der Supermarkt machte gerade zu. Auf meinen verzweifelten Gesichtsausdruck hin hat der liebe freundliche Metzger mich aber nach drinnen gebeten, mir ein sorgfältig dünn geklopftes Steak verkauft und mir zum Steak noch eine Tüte Champignons geschenkt, weil er meinte, die wären doch lecker dazu…
Aus der Bäckerei nebenan riecht es immer seltsam nach Backpulver, verbrannten Nüssen und heißem Zucker, ein Geruch der mich täglich heim begleitet – 24 Stunden am Tag kann man wackere Bäcker mehr oder minder leckere Brötchen, Kekse, Kuchen, Fladenbrote, Sesamkringel herstellen sehen. Hungrige Partygänger futtern nachts um 3 draussen Tüten mit gemischtem Kleingebäck leer….
Aber zurück zum Spargel: Wenn ich Geld und Hunger habe gibt es Stangenspargel mit in Butter angerösteten Semmeln-Bröseln und Gartenkresse (so das Rezept meines Papas). Wenn es aber – so wie heute, nach einer Woche kostspieligen Münchenaufenthalts, nur für 4-5 Stangen reicht, hält meine Küche noch
Eine! einzige! weiter akzeptierte Spargel-Variante bereit:

Lauwarmer Spargel-Tomatensalat

Spargel in Essig-Zucker-Salz wasser bißfest kochen; inzwischen 1 Löffel Dijon Senf, ganz wenig geriebenen Knoblauch, ordentlich milden Weißweinessig, 1 Prise Zucker, Salz, Pfeffer und 1 Löffel Olivenöl zu einer Vinaigrette verrühren, diese mit 2 El Spargel-Kochwassser verdünnen. 3 Tomaten in Würfel schneiden und in der Soße versenken, den Spargel – noch heiß – in mundgerechte Stücke teilen und dazu geben, mit viel geschnittener Gartenkresse garnieren.

Schön dass der Frühling da ist, oder? Das sollte man danach dann noch ein Stünderl feiern gehen…
ach ja. Gestern Nacht um 1 z.B. trank Huslige glücklich in milder Luft ein (echtes!) Radler aus Zitronenlimo (nicht Sprite) und Augustiner Hell (nicht Becks) im Freien. (dies im Valentin; vgl unten)… Da das aber noch nicht jede Nacht geht und daher der Club der Visionäre noch nicht hundertprozentig empfohlen werden kann: Besucht das Neue Bohnen. Seit einem Jahr erfreut sich Huslige dort des guten Gin Tonics, des interssanten Einrichtungsgeschmacks, der netten Betreiber und der hervorragenden Musik. Ehrlich empfehlenswert. (…und Augustiner gibts dort auch; …wo allerdings nicht mehr..)

Neue Bohnen
Schlesische Str. 28

10997 Berlin

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