Huslige -wieder daheim – spekuliert chinesisches

Blogged by huslige as Heimweh, Nicht kategorisier, huslige is watching you — huslige Sun 18 Jun 2006 11:46

Neben gekrauster Stirne über Fußballfans und glückseligem Weiher-Sulen(s), neben Rollerfahrens wie in Teenie-Zeiten, neben Geburtstagstorte und seltsamen Schnitzeln in Augsburg, neben einem Konzert Besuch bei Phonoboy im HippieCommerzParadies Tollwood, neben seltsamen verwandtschaftlichen Begegnungen der polnischen wie der bayerischen Art… kurz: neben vielem Heimat- und Erinnerungsschwelgens brachten diese Tage im Süden auch längst vergessen geglaubte philosophisch-politische Überlegungen aus Kindertagen zurück ins huslige Gemüt.

schirmchen

Eine besonders hartnäckige solche Frage spannte sich in Form eines Cocktail-Schirmchens urplötzlich über den Eisbecher meines lieben Freundes DJ Edward (und es war ein warmer Sommerabend mit großartigem Riesenmond im Junihimmel…)
Hat jemand schon mal – sorgfältig – ein solches Schirmchen zerlegt? Falls ja, wird er oder sie wissen, dass sich in diesen hübschen seidenpapierenen Eisverzierungen geheime Botschaften verstecken. Löst man die Röllchen, über die das filigrane Schirmchen am Zahnstocher verankert ist, zartfühlend ab, befreit sie von Kleber und Farbe, kommen darunter winzige graue Papierrollen zum Vorschein, die, wickelt man sie zu schmalen Streifen auf – oh Wunder – ganz mit chinesischen Schriftzeichen bedeckt sind.

Zeigt sich hier eine ganz erstaunlich ästhetische Form des Altpapier-Recyclings? Oder teilen uns gefangene Dissidenten, die in düsteren Kerkerzellen Spaßprodukte für den westlichen Gebrauch zusammenbasteln müssen, ihre geheimen Hilferufe mit? Als Ignorant in der chinesischen Schriftkunde muss es für Huslige leider bei Spekulationen darüber bleiben. Vielleicht weiß jemand dort draussen mehr?

Die Idee allerdings, dass jährlich tausende pappiger Eisbecher in westlicher Sommerfrische von ungelesenen Hilferufen aus dem Riesenreich gekrönt werden, mag mir nicht mehr aus dem Schädel gehen. Und selbst das kurzzeitige Wiederaufblühen einer unwichtigen Zeitungsmeldung (wie: “Fahrrad zu verkaufen”… “Suche nette Masseurin” oder ähnliches) als buntes Schirmchen, in Eierlikör fußend, spricht mich an…. Wer weiß?

PS: Das nette Barbie-Bild mit den Rollern habe ich auf diesem schönen Blog gefunden.

Huslige ist auf Urlaub in Bayern

Blogged by huslige as Berlin, Heimweh, Nicht kategorisier, huslige kocht — huslige Fri 9 Jun 2006 14:35

Mal wieder, nicht wirklich Urlaub, eher Familiendienste. Aber immerhin. Sonnig, Menschen mit Deutschlandflaggen als Wickelrock (manchen dieser Bierbäuche sollte man stecken, dass Querstreifen fett machen…!). Sauberes, schniekes, strahlendes Minga. Wieso kann man nicht Berlin nach Bayern verlegen? das wäre doch schön so a la: ich arbeite in Minga und wohn in Kreuzberg – is ja bloß a halbe Stund mit der S1. … Oder: Klar fahr ma des Wochenend aufn Herzogstand, letztens war ich an der krummen Lanke, war auch hübsch… usw.

ZUSATZ: Huslige hat in Bayern einen Geburtstagskuchen erhalten. … Oh Kindheit!…: an dieser Torte habe ich mich schon mit sechs Jahren berauscht (im wahrsten Sinne des Wortes, weil sie bei uns zu Haus immer schon recht alkoholisch ausfiel) Da die Torte inzwischen in mehrere Bäuche versenkt wurde, hier zumindest mein Versuch sie virtuell zu teilen – das Rezept habe ich dirket aus dem Produktionsprozess heraus transkribiert:

schwarzwälder
Schwarzwälderkirschtorte

Boden:
4 Eier trennen
Ins Eigelb 4 Eßlöffel warmes Wasser und 100 ccm Zucker + 1 Vanillezuckerpackerl geben
Eiweiß schaumig schlagen.
Anschließend auch die Eigelbmasse schaumig rühren
300 ccm Mehl mit ½ – 1 Backpulver, 1 Prise Salz, 1 Teel Zimt und 4 Eßlöffel Rohkakao mischen. Zum Eigelb geben und sanft unterrühren.
Eischnee (noch zärtlicher) unterheben.
Springform (26cm) einfetten und mit Bröseln bestreuen, Teig hineinstreichen und bei 180 °C ca. 30-35 min. backen.

 

Füllung und Tortenbau:
1 Paket Sauerkischen (=Weichseln = Schattenmorellen) von 750 g – aufgetaut – aufkochen. Sobald sie kochen, eine Lösung aus ½ Kaffeehaferl Stärkemehl, 100 ccm Zucker, und großen Mengen Rums / oder Kirschwassers oder Kirschsaft hineinrühren, kurz mitkochen lassen, dann auskühlen lassen.
Biskuit abkühlen lassen, aus der Form nehmen und vorsichtig in 2 Deckel teilen.
½ Tafel (= 100g) Blockschokolade in grobe Raspel schneiden
3 Becher Sahne mit 3 Päckchen Sahnesteif sehr fest schlagen.
Unteren Kuchenboden auf eine Platte platzieren, mit der Kirschmasse (jetzt kalt) bedecken, etwa 1/3 der Sahne darauf verteilen. Oberen Boden mit Rum beträufeln und den Kuchen damit deckeln
Die Torte rundum zuerst mit der restlichen Sahne, dann mit der Schokolade bedecken.
Platte außenrum mit feuchtem Küchentuch reinigen. Torte mit Kuchenhaube abdecken und eine Nacht lang kühl stellen. Innerhalb von 2 Tagen aufessen, sonst einfrieren.
In Kürze hier ein paar Worte von Gast Schreiber Dj Edward…
Bis dorthin etwas Musik für die Warteschleife (Danke Dj Stefan)

Bukolisches mit Zucker drauf – Kampf der Schafskälte

Blogged by huslige as Heimweh, Nicht kategorisier, huslige kocht — huslige Sat 27 May 2006 1:50

Einen fast Parka-Lewis-5000-Meilen-tauglichen Traum hatte ich heute Morgen, als ich mich zum dritten Mal in Folge wieder ins Bett geworfen hatte. Der Tag wollte nicht anfangen, trüb-grausliger Regen hielt mich unter der Decke, als ich mich auf eimal in süß bukolischer Verklärung unter einer Birke befand auf lindgrün sanften Hügeln. Ein Schäfer, eine Schäferin, Lämmchen und Schäferhunde. Weiße Flauschewolle, Blümchen, Bienchen. Heimliches Gefingere unter den Röcken der Schäferin, Feuchtigkeit in Lämmerlöckchen, Schäferhunde die hinterm Busch verschwinden…. usw. Der Traum beginnt auszuarten… (man kann das hier jetzt nicht so in der Öffentlichkeit schildern) … Ein Wolf aus nahegelegenen düsteren Wäldern kommt ins Spiel… Puh. Bald später aufgewacht.

Daraus spricht wohl eindeutig – sagt Huslige als Hobby-Psychologe – der dringende Wunsch nach Frühstück und Sonnenschein… mit folgendem Frühstück kommt man allerdings sogar durch die böse verregnete ganz und gar nicht Frühlingshafte Schafskälte:

Kaiserschmarrn

2 Esslöffel Sultaninen in Rum einlegen -bestenfalls über Nacht. 3-4 Eier trennen; Eiweiß steif schlagen; die Eigelbe zusamen mit 1 kanppen Tasse Mehl und 1 Tasse Milch (250 ml) mit dem Rührgerät schaumig schlagen; 1 Prise Salz,
2 Esslöffel Zucker zugeben, 2 ordentliche Esslöffel Butter schmelzen und unter den Teig rühren, zuletzt den Eischnee und die Sultaninen unterheben.
In eine Pfanne mit heißer Butter und/oder etw. Pflanzenöl etw. eine 1 cm dicke Teigschicht backen lassen, sobald alles gestockt ist, in große Stücke rupfen, selbige umdrehen und fertig backen; dick mit Puderzucker bestreuen und gleich aufessen. Super mit Apfelmus. Nobelversion: mit Erdbeeren und Sahne.

Jessas Maria da erschte Wurm!

Blogged by huslige as Berlin, Heimweh, Nicht kategorisier, huslige is watching you, huslige kocht — huslige Sun 30 Apr 2006 12:55

Nur aus Freude am teilen, und weils die Huslige nach bissl über einem Jahr wieder entdeckt hat: Hörts mal rein in den Austrofred.
I Lieg Am Ruckn Mp3


Eich Dodln Gib I Gas Mp3

Wunderbar grade am ersten der beiden Lieder ist die ironisch im schiefen Austrofred-Gekreische gebrochene Tragik des zu Tränen rührenden Texts…, das am Ösi-Akzent schrubbernde Pathos der Queen-Melodie… Leicht wehmütig, passt das wunderbar in huslige Laune, a bissl Heimweh nach dem Süden ist im Moment schon vorhanden, grad wenn man sich die hübschen Fotos auf delicious days zum Flohmarkt auf der Theresienwiese anschaut… Aber dann singt der Austro Fred “Jessas Maria da erschte Wurm” und die Huslige lacht herzhaft, grämt sich nimmer und spaziert unter brav sprießenden Bäumen den Landwehrkanal entlang. Morgen gehts eh in den Süden, wenn auch nur für ein paar Tage; und mit Sicherheit wird die Münchner Sauberkeit wieder mal erschrecken nach Monaten Pause, die brummligen Bayern werden mir komisch scheinen und ich werde mich nach der ersten Hundekacke am Schuh sehnen….

Und weil mich sowohl der erschte Wurm an die Biergartensaison, als auch der neu eröffente Valentin an eine zünftige Schmankerlküche erinnert hat, drüber hinaus das leibliche Wohl dem Heimweh entgegenwirkt, hier ein supper Rezept für einen hausgemachten Obazten:

6 Portionen aufs Brot:
1 großer – qualitätvoller! – mittelreifer Camembert
(- und auch wenns noch so stinkt -) 1/2 Limburger
1/2 Paket weiche Butter
1 kleine Zwiebel
Paprikapulver, ganzer Kümmel, Pfeffer, Salz
3 EL Bier

Zwiebel ganz fein hacken; Käse in kleine Würfel schneiden – wenn er reif genug ist, bedeutet das eher: matschen. Butter mit dem Rührgerät rühren, bis sie geschmeidig ist; Käse dazugeben und gut vermischen, Zwiebelwürfelchen und Bier dazu; mit Paprikapulver, Pfeffer und Kümmel würzen. Kühl stellen und durchziehen lassen. Erst ganz zum Schluß salzen, – falls überhaupt nötig. Auf Schwarzbrot oder Brezn, mit Petersiliensträußen zu garnieren… Wohl bekomms.

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