Foto-Schwerpunkt Urlaub in Kreuzberg: Boheme-Band-Battle und Kiddy-Style

Blogged by huslige as Berlin, Huslige guckt, Nicht kategorisier, huslige is watching you — huslige Thu 29 Jun 2006 23:10

Heute fand in der Admiralstraße ein “Boheme Band Battle” statt. Das war lustig und die Musk hat haufenweise Spass gemacht. Hier ein paar Impressionen:
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RICHOUT nahmen das Thema (Puccinis Oper) durchaus ernst und arbeiteten mit überzeugendem Schauspiel und einer noch überzeugenderen Melodicaeinlage … Dafür erhielten sie einen mehr als verdienten 2. Platz im Battle.

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MERAL5 waren zwar in der Endausscheidung nicht mehr vertreten, erfreuten Huslige aber sehr mit ihrer ausdrucksstarken Bühnenshow

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Unbestrittene Publikumslieblinge und einer von 2 ersten Siegern: 4XSample, die dermaßen energetisch beatboxten, dass ein unverwackeltes Foto nicht herzustellen war.

Soviel heute zum eher ungeplanten Urlaub-in-Kreuzberg Schwerpunkt der letzten Tage – Noch ein Grund, gerne in Kreuzberg zu leben ist übrigens, dass es hier die stylischsten Kinder gibt. Nein so was niedliches… da tickt die biologische Uhr doch gleich eine Nummer schneller und Huslige überlegt sich ihre Pädo-phobie nochmal. Und ob sie nicht den Frisör/Stylisten wechseln sollte überlegt sie auch. Vielleicht hat ja eine der Muttis mal Zeit?

Kind mehr Kind noch mehr kind

On dirait le sud…

Blogged by huslige as Berlin, Nicht kategorisier, huslige is watching you, huslige kocht — huslige Tue 27 Jun 2006 14:55

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.. man könnte meinen ‘der Süden’, wenn man sich so um den Wrangelkiez herum aufhält dieser Tage! Das Leben in Kreuzberg hat grade einen ganz eigenen Charme. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in irgendeiner deutschen Stadt so ein mediterran-orientalisches Treiben auf den Straßen hat wie hier. Zwei der Fotos oben zeigen die Falkensteinstraße, wo man grade für umsonst – und ohne zum Getränkekauf genötigt zu werden – gemütlich und friedlich mit allen vorbeischlendernden Kiezbewohnern in fröhlicher Horde Fußball gucken kann – das auf ca 5 Bildschirmen und Leinwänden die recht durcheinander auf Höhe der bekannten Eisdiele aufgebaut wurden. Sehr lustig ist dabei, dass diese Bildschirme alle ein wenig zeitversetzt senden, was – vor allem den Ton betreffend – zu recht surrealen Ergebnissen führt. ..

Eine Pizza bei der Kleinen Liebe… (Wrangelstraße, vgl. Karte unter obigem Link) Und nacher noch auf einen Evening-Swim aufs Badeschiff (Arena Treptow). Ewiger Urlaub und ständiges Wohlleben…

Und weil man bei der Hitzen eigentlich nichts anderes essen kann, hier ein husliges Salatrezept, das mir vorhin gut geschmeckt hat… wussten sie übrigens das der Franzose sagt “Fatiguer le salade” (sofern ich das jetzt richtig geschrieben habe) – und damit meint, den Salat ordentlich mit einer guten Soße zu mischen? Schöner Ausspruch. Drum heißt das jetzt:

salat 1

“Salade bien fatigue”

Kirschtomaten, Gurke (ungeschält), Stangensellerie, Radieserl und (eher wenig) Blatt-Salat waschen und kleinschneiden. Türkischen weißen Käse zu kleinen Krümeln schneiden. In der Salatschüssel eine feingeschnittene Frühlingszwiebel, 1 Teel Dijon-Senf, etwas guten Weinessig, Wasser, einen Spritzer Zitrone, Salz, klein geschnittene Oliven, frische Kräuter oder getrockenete (je nach Anwesenheit), 2 Eßlöffel Joghurt und einen Schuß Olivenöl zur Soße zusammenrühren. Die Salatzutaten hineingeben und gut durchmischen (fatiguer..) – Zum Schluß nochmal 15 Mintuen in den Kühlschrank mit der ganzen Chose. Sehr gut zu Toastbrot und Weißwein.

salat 2

Es Klumpt!

Blogged by huslige as Berlin, Heimweh, Nicht kategorisier, huslige is watching you, huslige isst, huslige kocht — huslige Sun 25 Jun 2006 11:12

Heute gab es ein Schale Früchtereis zu essen. Was wunderbar zur schwülen Hitze und zum Sommergeruch passt, der von draussen reinstreift.

Früchtereis

Huslige macht die Augen zu und schmeckt die Kombination aus klein geschittenen Erdbeeren, Kirschen und Pfirsichen, eingebettet in Sahne und Milchreis. Eisgekühlt das Ganze. Duft, Konsistenz, Geschmackskomposition auf der Zunge, in der Nase, ziehen mich zurück in die immer kühle und etwas düstere Küche meiner Oma, in der an heißen Tagen eine ebensolche Schale mit Früchtereis auf mich zu warten pflegte; erinnere mich wie schon damals, durch die Jahr für Jahr wiederholte Handlung des Im-Stehen-Früchterreis-Verschlingens erst der Sommer sich zusammensetzt; wie ich gleichzeitig Sommer erlebte und mich an ihn erinnerte, so die Wirklichkeit noch echter wurde. Sich aufklumpt. Nackte Füße auf kühlem Boden, vor dem Fensterviereck strahlender Sonnenschein, Linden- und Asphalt-Geruch; eine kleine Schüssel Früchterreis, kalt aus dem Kühlschrank in der Linken, in der Rechten ein Desserlöffel aus Edelstahl, der unverwechselbare Geschmack im Mund, die Sonne in den Augenwinkeln, die beginnende Gänsehaut auf den nackten Armen und Beinen, wegen der Kühle in der Küche drinnen…. Die Gier, die einen nach solchen Augenblicken suchen lässt; Augenblicken, die die Realität verdoppeln, verdreifachen, bestätigen. Wenn sich die Zeit klumpt…

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Und die Kreuzberger giert es in den Görlizer Park, zum (klumpen) picknicken. Ich liebe diese quellenden Menschen- Grill – und Rauchmassen, die alle explizit Sommer und Urlaub feiern, die brüllenden Kinder außenrum (zum Glück ja nicht meine). Die Nähe zueinander, die hier ganz selbstverständlich ist. Nicht zum Selbstzweck gesucht, sondern einfach, weil die Leute hier im Viertel den Park als ihren privaten Garten betrachten und jeder jeweils die Mit-Nutzung seines Gartens durch die vielen Gäste um ihn herum zumeist freundlich duldet. Ein Loesje-Plakat (so eine Art analog-digital Life-Blogger) sagt “Weniger Integrieren, mehr Zusammenleben”. Recht hat’s.

So und jetzt das Rezept: (unbedingt ausprobieren… das ist sooo fein…) Husliger Früchtereis:
1 Topf Milchreis kochen (aus ca 1 Haferl Rundkornreis und 2 Haferln Vollmilch und 1 Prise Salz) Wichtig: das dauert lang, so ca 20 Minuten, und benötigt sorgfältig rührende Pflege. Also immer geduldig, am kühlen Vorabend mit einem Buch neben dem Herd zu Werke gehen, dann machts sogar Spass… Milchreis ganz kalt werden lassen, nach Geschmack zuckern. 1 Becher Schlagsahne steif schlagen (vielleicht mit einem Sahnesteif drinnen… (Wow. was für ein Wort)) und unter den Reis heben.

Viele viele verschiedene Früchte – Erdbeeren, Süßkischen, Pfirsiche, Johannisbeeren, manchmal auch Himbeeren sinds bei der Husligen daheim immer gewesen – putzen / entsteinen / klein schnippeln.

Reis und Früchte Schichtweise is eine Glasschüssel füllen und möglichst eine Nacht lang richtig ordentlich kalt stellen.

Huslige -wieder daheim – spekuliert chinesisches

Blogged by huslige as Heimweh, Nicht kategorisier, huslige is watching you — huslige Sun 18 Jun 2006 11:46

Neben gekrauster Stirne über Fußballfans und glückseligem Weiher-Sulen(s), neben Rollerfahrens wie in Teenie-Zeiten, neben Geburtstagstorte und seltsamen Schnitzeln in Augsburg, neben einem Konzert Besuch bei Phonoboy im HippieCommerzParadies Tollwood, neben seltsamen verwandtschaftlichen Begegnungen der polnischen wie der bayerischen Art… kurz: neben vielem Heimat- und Erinnerungsschwelgens brachten diese Tage im Süden auch längst vergessen geglaubte philosophisch-politische Überlegungen aus Kindertagen zurück ins huslige Gemüt.

schirmchen

Eine besonders hartnäckige solche Frage spannte sich in Form eines Cocktail-Schirmchens urplötzlich über den Eisbecher meines lieben Freundes DJ Edward (und es war ein warmer Sommerabend mit großartigem Riesenmond im Junihimmel…)
Hat jemand schon mal – sorgfältig – ein solches Schirmchen zerlegt? Falls ja, wird er oder sie wissen, dass sich in diesen hübschen seidenpapierenen Eisverzierungen geheime Botschaften verstecken. Löst man die Röllchen, über die das filigrane Schirmchen am Zahnstocher verankert ist, zartfühlend ab, befreit sie von Kleber und Farbe, kommen darunter winzige graue Papierrollen zum Vorschein, die, wickelt man sie zu schmalen Streifen auf – oh Wunder – ganz mit chinesischen Schriftzeichen bedeckt sind.

Zeigt sich hier eine ganz erstaunlich ästhetische Form des Altpapier-Recyclings? Oder teilen uns gefangene Dissidenten, die in düsteren Kerkerzellen Spaßprodukte für den westlichen Gebrauch zusammenbasteln müssen, ihre geheimen Hilferufe mit? Als Ignorant in der chinesischen Schriftkunde muss es für Huslige leider bei Spekulationen darüber bleiben. Vielleicht weiß jemand dort draussen mehr?

Die Idee allerdings, dass jährlich tausende pappiger Eisbecher in westlicher Sommerfrische von ungelesenen Hilferufen aus dem Riesenreich gekrönt werden, mag mir nicht mehr aus dem Schädel gehen. Und selbst das kurzzeitige Wiederaufblühen einer unwichtigen Zeitungsmeldung (wie: “Fahrrad zu verkaufen”… “Suche nette Masseurin” oder ähnliches) als buntes Schirmchen, in Eierlikör fußend, spricht mich an…. Wer weiß?

PS: Das nette Barbie-Bild mit den Rollern habe ich auf diesem schönen Blog gefunden.

One Million Drops …

Blogged by huslige as Berlin, Huslige guckt, Nicht kategorisier, huslige is watching you — huslige Sat 3 Jun 2006 17:28

Vielleicht… Vielleicht kann ich – zumidest zeitweise – aufhören auf den Regen zu fluchen. Zum Beispiel, weil das bunte Karneval der Kulturen Treiben mich nicht sonderlich ärgern wird, nachdem Aufenthalt draussen nicht erwünscht und nicht erstrebt. (das K.d.K.-Plakat hätte übrigens auch noch ganz gut in den Lordi- und Andre Heller Artikel gepasst. Grenzwertig..)
Dann gibt die miese Wetterlage viel Gelegenheit zu absoluter Faulheit. Absolut im Sinne von: völlig bewegungslos, ohne Frischluft und in gebratenen Speck, Eier, Baked Beans und Toast-Düften schwelgend… oder mit flachgesessenem Popogefühl vor dem großartigen 60er Machwerk “1 Million Years BC” versackend (hübsch: Raquel Welsh flüchtet im Pelzbikini und mit ondulierter Stirnfransentolle vor einer 200-fach vergrößerten Eidechse, ergeht sich dabei in wüstesten Bluebox-Gesten…)

Rachel

Oder man liest ein bissl Augusten Burroghs, erkennt sich – halb amüsiert (Alltagsbeobachtungen, Spleens) – halb entsetzt (Trinkverhalten) wieder. Großartig: Magical Thinking, ein Kurzgeschichtenband. Zitat da draus: “he is the sweetest guy and he has absolutely no annoying attitude. On the other hand, he’s difficult to work with because things like space distract him”. ich kenne auch Menschen (Huslige leider eingeschlossen) die – zumindest manchmal – von so extravarganten Dingen wie der 3 oder gar 4-Dimensionalität des Alltagslebens überfordert werden können.

Aber trotzdem. Diese Form zu leben geht nur eine Woche, höchstens zwei gut, dann wirds der Husligen zu fad. Und zu kalt. gestern Nacht verbarachte Huslige aus purer Sturheit – starr und klamm gefroren – bis um halb vier im Club der Visionäre zu. Zähneklappernd. Das war vielleicht etwas doof, aber notwendig. Und sobald es irgendwie wieder hinhaut findet ihr mich ab 21.00 im Kiki Blofeld. Sommer nachholen.

Kiki Blofeld (früher auch mal Kiki Würfelt oder King Kameamea)
Köpenickerstr. 48/49
Kreuzberg

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