international unterwegs

Blogged by huslige as Nicht kategorisier, gar kein Heimweh, huslige kocht — huslige Tue 7 Nov 2006 13:22

huslige Reisen

Nachdem sich huslige Aktivitäten neuerdings nahezu gleichmäßig auf Berlin Kreuzberg, Reihnland-Pfalz, Hessen, Nordrhein- Westfahlen, Oberbayern UND bayerisch Schwaben verstreuen, ist dieses Blog (dieser?) sträflich vernachlässigt, einsam und traurig. Das ist schlimm. Das hängt selbstverständlich mit der ursprünglichen thematischen Grundidee, dieser kiezzentrierten, engstirnig verbiesterten und sehr sehr netten Regional-Manie zusammen (vgl. husliges about: huslige schreibt über gutes Leben in Berlin Kreuzberg – oder so). Das muss sich nun wohl ein wenig ändern. Der Regionalismus weicht einem Pan-Regionalismus, (oder gar Trans-Regionalismus??) man könnte schon behaupten, Huslige globalisiert sich. Und weil die Liebe durch den Magen geht, freut das selbstverständlich den Leser und Nachkocher.Ein feines Essen, was (naja – lassmer grad noch durchgehn -) zur Jahreszeit passt und sowohl den Pfälzern, den Rheinländern, Hessen, den Schwaben, Franken als auch all ihren Freunden schmeckt, ist ein zümpftiger Zwiebelkuchen, drum macht der in diesem Ansinnen einen Anfang. Huslige genoss selbigen mit einem gebürtigen Rheinländer, der bayerisch-schwäbischen Mitbewohnerin und einem Gast (gebürtig) aus Baden-Württemberg (mittlerer Oberrhein). Begleitet hat uns dabei ein Müller Thurgau aus Franken, weil die Zeit des Federweißen schon rum ums Eck ist. Das hat aber gar nicht gestört. Nun denn:

Nehmt 375 g Mehl, 1/2 Würfel Hefe und 1 kleine Tasse warme Milch.
Macht eine Kuhle ins Mehl, bröckelt die Hefe rein und kippt die Milch drauf, rührt daraus ein Vorteiglein an und lasst es 10 min in Ruhe. Dann verarbeitet Mehl, Salz und das Vorteiglein mit 50-80 g Butterflocken, 1 Ei und ordentlich Salz zu einem mittel festen Hefeteig (Rührgerät und Knethaken helfen dabei), formt eine Kugel und lasst selbige 1/2 Stunde im Warmen gehen. (von meiner Oma habe ich gelernt, den Ofen auf 50° anzustellen, während ich das Rührgerät im Einsatz habe, und ihn dann wieder auszuschalten. Das ergibt ein 30-40°Grad warmes Brutklima, welches der Teig zu honorieren weiß.)

Während also der Teig brütet, wendet Euch Speck und Zwiebeln zu: Schält und hackt 80 g Speck und 1 Kilo Zwiebel- feine Streifen bzw. Scheiben sollen es werden. (Wie man das Weinen verhindern kann zeigen diese Herren vom Senioren-Kochen) Die dünstet ihr dann in reichlich Pflanzenöl und Butter, langsam, geduldig unter vielem Rühren und gebt am End einen dicken Esslöffel voll Kümmel dran (das verhindert Blähungen, also keine Ausrede)

Übrigens: für die Vegetarier hat Huslige auch ein Herz: geräucherter Tofu, fein gewürfelt und noch vor Zugabe der Zwiebel in viel Öl geröstet kann sogar den eingefleischtesten Carnivoren täuschen und als Speck durchgehen…
Bilder, die mich sehr ans huslige Kochen erinnern findet man hier – allerdings läßt sich das Rezept dort nicht so gut lesen. Richtig gut und auch im Hause Huslige ausprobiert ist die Idee, den Haufen Zwiebel im Wok zu braten, da ist genügend Platz dafür.
Aufbau des Kuchens (nicht vergessen, unterdessen das Rohr auf 200° hochzuheizen): Teig dünn ausrollen, auf Backpapier und Blech hinauffabrizieren und mit der Gabel anstupfen. In einer Tasse 4 dicke Esslöffel Sauerrahm und 2 Eier verquirlen, salzen, pfeffern und auf dem Teigboden verteilen. Darauf kommt dann der Zwiebel – Speck Belag.

Hinein damit in den Ofen – 30 Minuten muss man sich nun gedulden und den Wein vorkosten (mindestens 2 Flaschen kühl stellen also).

Die huslige Oma sagt übrigens: “Da Zwiebelkuchen schmeckt zum Wein wia zum Bier, da braucht ma sie net ziern”

Herbscht

Blogged by huslige as Berlin, Nicht kategorisier, gar kein Heimweh, huslige kocht — huslige Wed 18 Oct 2006 19:29

Huslige is back in town (und das ist wirklich gut so). Nach vielem Reisen durch die ganze Republik und durch Nordengland fühlt sie sich im guten alten Kiez wohlig daheim und genießt die hübschen Herbstfarben.

potsdamerpaltzherbstlich Suppe1
Die Theater haben eifrig wieder ihr Programm begonnen (HAU, DT, Volksbühne…man beachte bitte das fröhlich tanzende VB-Zeichen… wie niedlich) und kein Mensch erinnert sich mehr an das Gestöhne ob des viel-zu-heißen Sommers. Als Frau Huslige allerdings heim kam, gabs erst mal Ärger mit der Hausverwaltung weil die Heizung nicht ging und der verantwortliche Handwerker meinte: ‘Ham se sich nich so, das machn wa dann irgendwann nächste Woche.’ Brrr, so ein Ärger. Hier bestätigte sich dann die Erfahrung, dass man bei Berliner Dienstleistern nur mit Schnoddrigkeit und beharrlicher Unhöflichkeit weiterkommt. Bevor sich Huslige auf die Socken gemacht hatte zum Sommerendspurt sagte mal irgend ein Abgeordneter im Fernsehen (im Zuge des Wahlkampfs): “Für das was in Berlin als Höflichkeit gilt, würde man im Süden eine Beleidigungsklage bekommen.” Das ist wohl war, und war für Huslige etwas gewöhnungsbedürftig. Andrerseits isses das aber auch wert, wo sonst lebt es sich so hübsch wie hier.
Huslige hat inzwischen wieder warme Füße, läßt sich froh im Kreuzberger Treiben treiben und hat sich zu allem Überfluß noch ein lecker Süppchen für einen warmen Bauch und quietsch-orangenen Farbspaß gekocht (passend zur Jahreszeit).

Suppe2 berlinerHerbst
Hokaido-Kürbis-Süppchen mit viel Ingwer :

Man braucht (für 2):

1/2 Hokaido Kürbis (nur nicht erschrecken, gibts grad überall im Supermarkt), 1 Zwiebel, ordentlich frischen Ingwer (mind. ein Walnuss-großes Stück), 1 Teelöffel rote Currypaste, Butter, Wasser, Salz.

Den Kürbis entkernen (mit einem scharfkantigen Löffel) und dünn abschälen (Gemüseschäler), in Stücke schneiden (Achtung: der Kürbis ist recht hart. Bitte nicht die Finger amputieren). Die Zwiebel schälen und grob zerkleinern. Beides mit der Currypaste gewürzt in Butter anschmoren, dann mit Wasser bedecken und im geschlossen Topf weichkochen. Kurz vor fertig den Ingwer hacken und hineingeben. Mit dem Mixstab (oder einfach mit brutaler Gewalt) pürieren und salzen. Fertig. Und sehr sehr schön oder? Auf dem Bild kann man sehen, dass Huslige das Süppsche noch mit Cashewkernen und Frühlingszwiebel dekoriert hat. Das ist aber eigentlich gar nicht mehr notwendig.
Bellmanns

Übrigens lohnt sich auf dem gemütlichen Herbstspaziergang ein Abstecher ins Bellmanns in der Glogauer Str, Ecke Reichenberger. Dort kann man sich in schummerig brauner Gemütlichkeit so richtig einem Herr-Lehmann-artigen Berlin-Berlin Gefühl hingeben und dabei ein Pils-chen schlürfen, während sich draußen Himmel und Blätter iln ihren Farbräuschen austoben. Wohl bekomms.

Altweibersommerlicher Urlaub, Werbewetter

Blogged by huslige as Berlin, Heimweh, Nicht kategorisier, huslige kocht — huslige Mon 11 Sep 2006 19:52

wolken2

Liebe Leute, Huslige geht in Urlaub bis Oktober. Und sie hat sichs verdient, muss man sagen. Allerdings fällts fast schwer, nach so schönen Tagen hier, seht selber: Kreuz-Berg- Ausblick und kleines Volksfestl ebenda, ein Sonntagspaziergang der romantischen Art war das. Da kam fast schon Oktoberfeststimmung auf.
kreuz-berg4 kreuz-berg2

Mitte Oktober gehts nach Graz zum Steirischen Herbst – Drum ist an dieser Stelle wohl erstmal ein Weilchen Pause. Damits unterdessen nicht fad wird, empfiehlt Huslige sich an Semmelnknödeln mit Steinpilz (oder Rotkappen-) Rahm zu versuchen. Das macht man folgendermaßen:

4 Trockene Semmeln (bzw Schrippen…) in Stückchen schneiden und mit einer Tasse heißer Milch übergiessen. Stehen lassen. Zwei Eier (klein) dazugeben. 1 Bund Petersilie und 1 Zwiebel in Butter anbraten und dazugeben. Das Ganze zu einer Knödel-Form-Fähigen Masse verkneten, falls zu feucht mit Mehl und / oder Semmelbröseln aushelfen. ca. 1/2 h stehen lassen.

Großen Topf mit reichlich Salzwasser aufsetzen. Erst wenn das Wasser sprudelnd kocht, Knödeln formen (mit nassen Händen; nicht zu groß, ca 6 cm Durchmesser reicht) und hineingeben. Ca 15 min kochen lassen. Unterdessen den Pilzrahm herstellen:

Eine weitere Zweibel hacken; Pilze putzen (ohne Wasser, bestenfalls nur mit Messer und feuchtem Küchenkrepp) und klein schneiden. Zwiebel in Butter anbraten, Pilze (500 g wären schön und teuer) dazugeben, mit dem Saft von 1/2 – 1 Zitrone ablöschen, Salzen, pfeffern, etw. Sojasauce zugeben (nicht original aber sehr fein) und 1 Becher süßen Rahm draufgeben. Falls gewünscht mit Pertersilie und noch mehr Zitrone abschmecken.

Weißbier dazu? oder ein Pils? Irgendwie hat doch der Herbst auch seine guten Seiten.
Und wenn sies gerne etwas schlüpfrig mögen, tragen sie das Gericht auf unter Rezitation folgenden Gedichts… (Kindergedichte?? dass ich nicht lache!)
wolken1

Back on Wrangelkiez

Blogged by huslige as Berlin, Nicht kategorisier, huslige kocht — huslige Tue 22 Aug 2006 12:12

sofia

Der ein oder andere hats vielleicht gemerkt: Huslige war nicht daheim die Tage, und schreibfaul noch dazu. (Aber was sollte sie auch über Düsseldorf, Frankfurt, München oder gar Augsburg schreiben, da dies ja ein Kreuzberg-Ecke-Wrangelstraßen-Blog ist). Nur so viel: da ists natürlich überall sehr sauber und im Vergleich mit meinem zu Hause EXTREM still, was ja zwischendurch auch auch mal was für sich hat so zum entspannen, und ein paar Anregungen für die huslige Küche hab ich auch mit gebracht.
Kaum zu Hause (selbstverständlich nach einem Abstecher im schönsten und besten Café der Welt, dem Sofia, das an dieser Stelle irgendwann einen eigenen Artikel gewidmet bekommt) hab ich dann auch die Wrangelstraße abgelaufen, nach verschiedenen Zutaten und – wie sollt es anders sein – auch alles gefunden was man für ein schönes Sate-Huhn braucht (bitte aufgemerkt: ALLE Zutaten zu ALLEN hier beschriebenen Rezepten sind im 5 Minuten-Umkreis in meinem Kiez zu finden; das ist echter Lokalpatriotismus, bitte)

Schönes Sate-Huhn (indonesisch-holländisch-lekker und sehr schnell gemacht)

kauf ein:
Hünchenbrust (150 g p.Person), 1 Bund Koriandergrün (welch Gewürz… ich liebe diesen kräftigen Geruch – neben dem Pisco ein weiterer Grund, sich doch noch mit Chilenischer Küche anzufreunden übrigens.), grobe Erdnussbutter (“Pinda Kaas“), Sojasauce, Chilli-Sauce, Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Limette und irgendwelche Gemüse, je nach Geschmack (bei mir warens gestern gelbe Rüben (=”Möhren”), Zwiebeln und Sojasprossen):

dann schnipple und bereite zu:
Hünchen in Stückchen schneiden, Gemüschen (je nach Lust und Laune) genauso; kräftig anbraten und mit Sojasauce würrzen, ggf – falls extra scharf gewünscht – eine getrocknete kleine Peperoni mitbrutzeln. Unterdessen 2-3 Eßlöffel Pinda Kaas, etwas Sojasauce, etwas Chillisauce, 1 gehackte und gematschte Knoblauchzehe und etwas Limettensaft mit heißem Wasser zu einer geschmeidigen Sauce rühren. Wenn die Pfannen-Einlage gar ist, mit der Sauce vermengen und mit gehackten Koriander-Grün und Frühlingszwiebel-Ringen bestreuen. Passt zu Klebreis, geht aber – in der Not – auch solo. Weißwein oder Tee dazu.

hmm… Huslige is back on Kiez.

Huslige feiert

Blogged by huslige as Nicht kategorisier, huslige is watching you, huslige isst, huslige kocht — huslige Mon 31 Jul 2006 15:48

Party

So. Zum Abschluß der extrem faulen Sommertage gab es im Maison Huslige ein Festmahl mit Freunden und allerlei zu essen. (Ehrensache). Neben Fleischpflanzerln a la Wrangelkiez erfreuten Spinatknödeln mit Butter und Parmesan, Tabule, stark schafiger Salat, Obazda mit Brezen sowie Mousse au Chocolat ohne Salmonellen und eine Mascarpone-Limettencrème Herzen und Bäuche der Feiernden. Die Party tobte (vor allem auf der Tischdecke) einige Stunden wahrlich unkontrolliert. Aufgrund großer Hitze, dumpfiger Feuchtigkeit, mannigfachen Freßnarkosen und einem ordentlich starken Pisco sour als Aperitif setzte sich allerdings bald die Müdigkeit durch und ein Großteil der Gäste wankte noch vor 2 nach Haus.

Für alle Leser die zumindest ganz im kleinen einen solche angenehm-faulen Rausch nachvollziehen möchten hier das verbriefte

Pisco Sour Rezept

(direkt und höchstselbst von Husliger aus Chile importiert und dort des öfteren in diversen Hängematten genossen):
Für ca 12 Personen zum Starten des Abends (dabei für jeden 1-2 Nachschläge gerechnet) benötigt man:
6 Zitronen, auspressen, Kerne entfernen. In den Zitronensaft 1 Eiweiß geben und verrühren, mit Puderzucker vorsichtig süßen, bis die Mischung angenehm süß-säuerlich schmeckt. In eine große verschließbare Flasche füllen und mit etwa 0,5 Liter bis 3/4 Liter gutem Pisco auffüllen (Huslige empfiehlt: Alto del Carmen – Especial 35 % oder Pisco Capel Reservado ”Moai” 40 % – s.o. Bild), einmal ordentlich schütteln und im Kühlschrank lagern, bis das ganze wirklich kalt ist.

Auf Eiswürfeln in kleinen Gläsern zu servieren. Wer ganz perfekt sein möchte, kann die Gläser mit einem Salz-Zitronen-Rand verzieren. Wohl bekomms. Und: vorsicht…. der Erste verleiht Flügel, der Zweite macht gesprächig, und mit dem Dritten ist der Abend gelaufen.

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