Sommerfrische

Blogged by huslige as Berlin, Huslige guckt, Nicht kategorisier, huslige kocht — huslige Fri 7 Jul 2006 12:30

Na, machen sie auch Urlaub zu Hause in Berlin und drum herum? Folgenden Hinweis kann Huslige für einen Ausflug ins enstpannte Ferienvergnügen geben: Im Wasserschloss Groß Leuthen zeigt der Rohkunstbau Performances und Installationen, das Motto des diesjährigen Sommers ist die Freiheit, assoziiert mit der Farbe Blau wie in Kieslowskis Filmtriologie Blau Weiß Rot.
Und weil das Schloss ein Wasserschloss ist kann man dort auch im See baden.

Havel Havel Enten

Huslige ist die letzten Tage durchwegs urlaubsmäßig versackt, hat den Klinsi einen guten Mann sein lassen und war unter anderem an der Havel zum schwimmen (siehe die beiden oberen Bilder. man beachte bitte auch die netten Enten, gut getarnt beim Mittagsschlaf), auf dem schon des öfteren erwähnten Badeschiff und in diversen Beiseln (zum im-Bier-schwimmen). Und weil Uralubsstimmung gutes mediterranes Futter braucht, hier ein Tribut auf die huslige italienisch-östereichisch-bayerische Herkunft:Kleine Kalbsschnitzerln mit mediterranem Kartoffelsalat:
(für 3 Personen)

schnitzel

Etwa 6 große Kartoffeln – unbedingt festkochend, nicht bloß vorwiegend festkochend! schälen, halbieren und in Salzwasser fest kochen… dauert so 15 Minuten;
2 große Kalbschnitzel zu 6 kleinen zerschneiden (also je drei Teile pro Schnitzel…. keine höhere Küchenmathematik erforderlich) und mit einem Fleischklopfer, falls ein solcher nicht vorhanden auch gerne mit einer schweren Flasche oder gar mit Fäusten dünn klopfen.

In einer Salatschüssel ein (ganz ganz frisches) Eigelb mit 1 El Dijonsenf, 1/2 ausgepressten Zitrone und etw. Weinessig, verquirlen; langsam gutes Olivenöl zugeben, bis man eine dickflüssige Soße beieinander hat. Dort hinein kommt Majoran (bestenfalls frisch, zur Not auch getrocknet), Salz und Pfeffer, etw. gepresster Knoblauch, 2 Eßlöffel abgetropfte Kapern und eine fein gehackte Schalotte.

Die Kartoffeln abgießen, warten (oder, falls keine Zeit: kalt überbrausen) bis sie lauwarm sind, kleinschneiden und in die Soße geben; dann nach Belieben kleine Gurken- und Tomatenstückchen (Tomate entkernen!) zugeben und in den Kühlschrank stellen. Am besten ist dieser Salat übrigens, wenn man ihn dort ein paar Stunden ziehen läßt – kommt aber auf die persönliche Gier an.

Die Schnitzel(chen) panieren: Man bereite 1 flachen Teller mit Mehl, Salz und Pfeffer, einen tiefen Teller mit 1em verquirlten Ei und einen flachen Teller mit Semmelnbröseln (in Berlin “Paniermehl”) vor, eine Pfanne mit ordentlich heißem Butterschmalz sowie 1 Platte mit Küchenpapier.
Man wende die Schnitzel zuerst im Mehl, dann im Ei, dann in den Bröseln und lasse sie ins heiße Fett gleiten. Dort bitte nicht mehr großartig hin- und her bewegen, lediglich nach 1-2 Minuten umdrehen. Schließlich auf Küchenpapier entfetten.

Mit dem Salat und großen Zitronenvierteln servieren… Beim husligen Kurzurlaub an der Havel wurden diese Schnitzel übrigens zu eisgekühltem Rivaner (eine Kreuzung aus Silvaner und Riesling Gutedel) und einem großartigen Sonnenuntergang genossen. Viel Spass und nicht zu viel schuften sagt die Huslige.

schnitzel balkon

Und wer denkt, dass er / sie zum Ende des Sommers immer noch nicht die Schnauze voll hat, weder von der Kultur noch von der südlichen Küche … möge sich ein paar Tickets für den steirischen Herbst anschaffen und nach Graz fahren.

Wer will Huslige heiraten?

Blogged by huslige as Nicht kategorisier, huslige isst, huslige kocht — huslige Wed 28 Jun 2006 14:39

pfannkuchen 3 pfannkuchen 2

Pfannkuchen wie bei Omi:
2 große Eier (od. 3 kleine)
125 g Mehl, 1 Prise Salz
1/4 l Milch

Eier in eine Rührschüssel hauen, Mehl und Salz mit dem Schneebesen drunterrühren – soll am Schluß die Konsistenz von dickem Leim haben, langsam die Milch drunterschlagen. 20 min stehen lassen.
Pfanne heiß werden lassen, Pflanzenöl und ein bisschen Butter hinein (die Butter darf gerne ein bissl braun werden, je 1 Kelle Teig in die Pfanne (mus schön zischen), schnell schnell verteilen, ca 1 min backen, wenden, noch mal paar Sekunden weiterbacken, raus damit und warm stellen. Neues Stückerl Butter in Pfanne und weiter gehts. Reicht für 2 Hungrige, Schmeckt mit Zucker und Zitrone, Marmalaaad, Ahornsirup, Joghurt und Obstalat, um nur ein paar geprüfte Varianten zu nennen.
PS: Bitte beachten sie die großartige Schürze
(Heirats-Anträge bitte unter “Kommentieren” eingeben)

pfannkuchen 5

On dirait le sud…

Blogged by huslige as Berlin, Nicht kategorisier, huslige is watching you, huslige kocht — huslige Tue 27 Jun 2006 14:55

le sud 2 le sud 3 le sud 1 badeschiff

.. man könnte meinen ‘der Süden’, wenn man sich so um den Wrangelkiez herum aufhält dieser Tage! Das Leben in Kreuzberg hat grade einen ganz eigenen Charme. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in irgendeiner deutschen Stadt so ein mediterran-orientalisches Treiben auf den Straßen hat wie hier. Zwei der Fotos oben zeigen die Falkensteinstraße, wo man grade für umsonst – und ohne zum Getränkekauf genötigt zu werden – gemütlich und friedlich mit allen vorbeischlendernden Kiezbewohnern in fröhlicher Horde Fußball gucken kann – das auf ca 5 Bildschirmen und Leinwänden die recht durcheinander auf Höhe der bekannten Eisdiele aufgebaut wurden. Sehr lustig ist dabei, dass diese Bildschirme alle ein wenig zeitversetzt senden, was – vor allem den Ton betreffend – zu recht surrealen Ergebnissen führt. ..

Eine Pizza bei der Kleinen Liebe… (Wrangelstraße, vgl. Karte unter obigem Link) Und nacher noch auf einen Evening-Swim aufs Badeschiff (Arena Treptow). Ewiger Urlaub und ständiges Wohlleben…

Und weil man bei der Hitzen eigentlich nichts anderes essen kann, hier ein husliges Salatrezept, das mir vorhin gut geschmeckt hat… wussten sie übrigens das der Franzose sagt “Fatiguer le salade” (sofern ich das jetzt richtig geschrieben habe) – und damit meint, den Salat ordentlich mit einer guten Soße zu mischen? Schöner Ausspruch. Drum heißt das jetzt:

salat 1

“Salade bien fatigue”

Kirschtomaten, Gurke (ungeschält), Stangensellerie, Radieserl und (eher wenig) Blatt-Salat waschen und kleinschneiden. Türkischen weißen Käse zu kleinen Krümeln schneiden. In der Salatschüssel eine feingeschnittene Frühlingszwiebel, 1 Teel Dijon-Senf, etwas guten Weinessig, Wasser, einen Spritzer Zitrone, Salz, klein geschnittene Oliven, frische Kräuter oder getrockenete (je nach Anwesenheit), 2 Eßlöffel Joghurt und einen Schuß Olivenöl zur Soße zusammenrühren. Die Salatzutaten hineingeben und gut durchmischen (fatiguer..) – Zum Schluß nochmal 15 Mintuen in den Kühlschrank mit der ganzen Chose. Sehr gut zu Toastbrot und Weißwein.

salat 2

Es Klumpt!

Blogged by huslige as Berlin, Heimweh, Nicht kategorisier, huslige is watching you, huslige isst, huslige kocht — huslige Sun 25 Jun 2006 11:12

Heute gab es ein Schale Früchtereis zu essen. Was wunderbar zur schwülen Hitze und zum Sommergeruch passt, der von draussen reinstreift.

Früchtereis

Huslige macht die Augen zu und schmeckt die Kombination aus klein geschittenen Erdbeeren, Kirschen und Pfirsichen, eingebettet in Sahne und Milchreis. Eisgekühlt das Ganze. Duft, Konsistenz, Geschmackskomposition auf der Zunge, in der Nase, ziehen mich zurück in die immer kühle und etwas düstere Küche meiner Oma, in der an heißen Tagen eine ebensolche Schale mit Früchtereis auf mich zu warten pflegte; erinnere mich wie schon damals, durch die Jahr für Jahr wiederholte Handlung des Im-Stehen-Früchterreis-Verschlingens erst der Sommer sich zusammensetzt; wie ich gleichzeitig Sommer erlebte und mich an ihn erinnerte, so die Wirklichkeit noch echter wurde. Sich aufklumpt. Nackte Füße auf kühlem Boden, vor dem Fensterviereck strahlender Sonnenschein, Linden- und Asphalt-Geruch; eine kleine Schüssel Früchterreis, kalt aus dem Kühlschrank in der Linken, in der Rechten ein Desserlöffel aus Edelstahl, der unverwechselbare Geschmack im Mund, die Sonne in den Augenwinkeln, die beginnende Gänsehaut auf den nackten Armen und Beinen, wegen der Kühle in der Küche drinnen…. Die Gier, die einen nach solchen Augenblicken suchen lässt; Augenblicken, die die Realität verdoppeln, verdreifachen, bestätigen. Wenn sich die Zeit klumpt…

Görli2 Plakat Görli1 Görli3

Und die Kreuzberger giert es in den Görlizer Park, zum (klumpen) picknicken. Ich liebe diese quellenden Menschen- Grill – und Rauchmassen, die alle explizit Sommer und Urlaub feiern, die brüllenden Kinder außenrum (zum Glück ja nicht meine). Die Nähe zueinander, die hier ganz selbstverständlich ist. Nicht zum Selbstzweck gesucht, sondern einfach, weil die Leute hier im Viertel den Park als ihren privaten Garten betrachten und jeder jeweils die Mit-Nutzung seines Gartens durch die vielen Gäste um ihn herum zumeist freundlich duldet. Ein Loesje-Plakat (so eine Art analog-digital Life-Blogger) sagt “Weniger Integrieren, mehr Zusammenleben”. Recht hat’s.

So und jetzt das Rezept: (unbedingt ausprobieren… das ist sooo fein…) Husliger Früchtereis:
1 Topf Milchreis kochen (aus ca 1 Haferl Rundkornreis und 2 Haferln Vollmilch und 1 Prise Salz) Wichtig: das dauert lang, so ca 20 Minuten, und benötigt sorgfältig rührende Pflege. Also immer geduldig, am kühlen Vorabend mit einem Buch neben dem Herd zu Werke gehen, dann machts sogar Spass… Milchreis ganz kalt werden lassen, nach Geschmack zuckern. 1 Becher Schlagsahne steif schlagen (vielleicht mit einem Sahnesteif drinnen… (Wow. was für ein Wort)) und unter den Reis heben.

Viele viele verschiedene Früchte – Erdbeeren, Süßkischen, Pfirsiche, Johannisbeeren, manchmal auch Himbeeren sinds bei der Husligen daheim immer gewesen – putzen / entsteinen / klein schnippeln.

Reis und Früchte Schichtweise is eine Glasschüssel füllen und möglichst eine Nacht lang richtig ordentlich kalt stellen.

Huslige ist auf Urlaub in Bayern

Blogged by huslige as Berlin, Heimweh, Nicht kategorisier, huslige kocht — huslige Fri 9 Jun 2006 14:35

Mal wieder, nicht wirklich Urlaub, eher Familiendienste. Aber immerhin. Sonnig, Menschen mit Deutschlandflaggen als Wickelrock (manchen dieser Bierbäuche sollte man stecken, dass Querstreifen fett machen…!). Sauberes, schniekes, strahlendes Minga. Wieso kann man nicht Berlin nach Bayern verlegen? das wäre doch schön so a la: ich arbeite in Minga und wohn in Kreuzberg – is ja bloß a halbe Stund mit der S1. … Oder: Klar fahr ma des Wochenend aufn Herzogstand, letztens war ich an der krummen Lanke, war auch hübsch… usw.

ZUSATZ: Huslige hat in Bayern einen Geburtstagskuchen erhalten. … Oh Kindheit!…: an dieser Torte habe ich mich schon mit sechs Jahren berauscht (im wahrsten Sinne des Wortes, weil sie bei uns zu Haus immer schon recht alkoholisch ausfiel) Da die Torte inzwischen in mehrere Bäuche versenkt wurde, hier zumindest mein Versuch sie virtuell zu teilen – das Rezept habe ich dirket aus dem Produktionsprozess heraus transkribiert:

schwarzwälder
Schwarzwälderkirschtorte

Boden:
4 Eier trennen
Ins Eigelb 4 Eßlöffel warmes Wasser und 100 ccm Zucker + 1 Vanillezuckerpackerl geben
Eiweiß schaumig schlagen.
Anschließend auch die Eigelbmasse schaumig rühren
300 ccm Mehl mit ½ – 1 Backpulver, 1 Prise Salz, 1 Teel Zimt und 4 Eßlöffel Rohkakao mischen. Zum Eigelb geben und sanft unterrühren.
Eischnee (noch zärtlicher) unterheben.
Springform (26cm) einfetten und mit Bröseln bestreuen, Teig hineinstreichen und bei 180 °C ca. 30-35 min. backen.

 

Füllung und Tortenbau:
1 Paket Sauerkischen (=Weichseln = Schattenmorellen) von 750 g – aufgetaut – aufkochen. Sobald sie kochen, eine Lösung aus ½ Kaffeehaferl Stärkemehl, 100 ccm Zucker, und großen Mengen Rums / oder Kirschwassers oder Kirschsaft hineinrühren, kurz mitkochen lassen, dann auskühlen lassen.
Biskuit abkühlen lassen, aus der Form nehmen und vorsichtig in 2 Deckel teilen.
½ Tafel (= 100g) Blockschokolade in grobe Raspel schneiden
3 Becher Sahne mit 3 Päckchen Sahnesteif sehr fest schlagen.
Unteren Kuchenboden auf eine Platte platzieren, mit der Kirschmasse (jetzt kalt) bedecken, etwa 1/3 der Sahne darauf verteilen. Oberen Boden mit Rum beträufeln und den Kuchen damit deckeln
Die Torte rundum zuerst mit der restlichen Sahne, dann mit der Schokolade bedecken.
Platte außenrum mit feuchtem Küchentuch reinigen. Torte mit Kuchenhaube abdecken und eine Nacht lang kühl stellen. Innerhalb von 2 Tagen aufessen, sonst einfrieren.
In Kürze hier ein paar Worte von Gast Schreiber Dj Edward…
Bis dorthin etwas Musik für die Warteschleife (Danke Dj Stefan)

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