One Million Drops …
Vielleicht… Vielleicht kann ich – zumidest zeitweise – aufhören auf den Regen zu fluchen. Zum Beispiel, weil das bunte Karneval der Kulturen Treiben mich nicht sonderlich ärgern wird, nachdem Aufenthalt draussen nicht erwünscht und nicht erstrebt. (das K.d.K.-Plakat hätte übrigens auch noch ganz gut in den Lordi- und Andre Heller Artikel gepasst. Grenzwertig..)
Dann gibt die miese Wetterlage viel Gelegenheit zu absoluter Faulheit. Absolut im Sinne von: völlig bewegungslos, ohne Frischluft und in gebratenen Speck, Eier, Baked Beans und Toast-Düften schwelgend… oder mit flachgesessenem Popogefühl vor dem großartigen 60er Machwerk “1 Million Years BC” versackend (hübsch: Raquel Welsh flüchtet im Pelzbikini und mit ondulierter Stirnfransentolle vor einer 200-fach vergrößerten Eidechse, ergeht sich dabei in wüstesten Bluebox-Gesten…)
Oder man liest ein bissl Augusten Burroghs, erkennt sich – halb amüsiert (Alltagsbeobachtungen, Spleens) – halb entsetzt (Trinkverhalten) wieder. Großartig: Magical Thinking, ein Kurzgeschichtenband. Zitat da draus: “he is the sweetest guy and he has absolutely no annoying attitude. On the other hand, he’s difficult to work with because things like space distract him”. ich kenne auch Menschen (Huslige leider eingeschlossen) die – zumindest manchmal – von so extravarganten Dingen wie der 3 oder gar 4-Dimensionalität des Alltagslebens überfordert werden können.
Aber trotzdem. Diese Form zu leben geht nur eine Woche, höchstens zwei gut, dann wirds der Husligen zu fad. Und zu kalt. gestern Nacht verbarachte Huslige aus purer Sturheit – starr und klamm gefroren – bis um halb vier im Club der Visionäre zu. Zähneklappernd. Das war vielleicht etwas doof, aber notwendig. Und sobald es irgendwie wieder hinhaut findet ihr mich ab 21.00 im Kiki Blofeld. Sommer nachholen.
Kiki Blofeld (früher auch mal Kiki Würfelt oder King Kameamea)
Köpenickerstr. 48/49
Kreuzberg
